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Kunst aus der Schachtel oder auch Wunstkunst

Wie vereint man Kunst, Marketing, Grafik, Musik und Film? Man packt einfach alles in einen Zigaretten-Automaten! Am 09/10.02 gibts die große Premiere des Wunstkunst Automaten im Ritter Butzke. Der Zauberer weißt Euch den Weg und nicht vergessen: "DU BIST NUR WAS DU WILLST NUR WAS DU KANNST"

 

Ben de Biel ist den meisten wohl als Gründer des Clubs Maria am Ostbahnhof bekannt, der im Frühjahr 2011 leider seine Pforten schließen musste. 1998 hatte de Biel, der gebürtig eigentlich Benjamin heißt, den deutschlandweit bekannten Club neben dem heutigen Postbahnhof eröffnet und auch nach dem Umzug an die Spree weitergeführt. Dass er sich nicht nur aufs Organisieren, sondern auch aufs Fotografieren versteht, ist dagegen weniger bekannt. Dabei ist das seine erste Profession, der de Biel noch vor seinem Engagement in der Clubwelt nachging. Das Ergebnis dieser Arbeit zeigt er nun 4 Wochenenden im Oktober in den Räumen der Ritter Butzke.

Die Anfang April 2012 seitens der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) vorgestellte Vereinfachung der bestehenden Tarifstruktur für Clubs und Diskotheken führt zu einer deutlichen Benachteiligung vieler Betriebe – anstatt der bestehenden elf Tarife sollen ab dem 1. Januar 2013 nur noch zwei Tarife gelten, klar, fair und nachvollziehbar und damit überschaubar für den Nutzer (GEMA). Tatsächlich folgt aus den neuen Tarifen aber eine Preissteigerung von bis zu 1.400%, was die Existenz vieler Clubs gefährden würde. Sollte die Tarifumstellung in 2013 kommen, wird sich die Clublandschaft dramatisch verändern. Viele Clubs werden schließen müssen, oder es wird eine massive Erhöhung der Eintrittsgelder notwendig – so dass sich viele Gäste das "Clubing" nicht mehr leisten können. Ähnlich wie bei YouTube wird es dann enttäuschte Gesichter an den Clubtüren geben.

Die Ritter Butzke beobachtet die Politik der Gema mit großem Ärger. Es liegt klar auf der Hand das es der GEMA nicht mehr um die Wahrung der Interessen Ihrer Mitglieder, geschweige denn einen fairen Umgang mit ihren Kunden (z.B. der Ritter Butzke!), geht sondern um den finanziellen Ausgleich wegbrechender Einnahmen - gerade im Bereich der Onlinevermarktung. Statt nach einer flexiblem Lösung - gerade für Clubs - in denen ja häufig eher Nachwuchsförderung betrieben wird - zu suchen, werden Preiserhöhungen, die man nur mit dem Begriff Wucher umschreiben kann, als eine Tarifreform angekündigt, die von allen Beteiligten gefordert worden wäre.

Es bleibt die Hoffnung, das der nun eingeleitete, breite Diskussionsprozess dazu führt, das die insgesamt völlig veraltete Struktur im Bereich Urheberrecht und Rechtevermarktung, welche von der GEMA in Deutschland monopolistisch besetzt ist, endlich wirklich reformiert wird.

Wenn diese sogenannte Tarifreform sich durchsetzt würde es natürlich wie immer sein - Ihr, die Konsumenten, sollt die Zeche zahlen.

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ARTIKEL ZUM THEMA GEMA

Im Februar 2007 tut sich etwas auf dem Gelände der ehemaligen Aqua Butzke Werke im Herzen Berlin Kreuzbergs. Ein paar findige Partyveranstalter beginnen zwei ehemalige Werkhallen in kleine, himmelschreiende Paralleluniversen zu verwandeln. Plötzlich gleichen fast verlassen wirkende Straßen pulsierenden Gesichtern, fast vergessenes Leben strömt durch die Gassen hinter dem Moritzplatz. "Bachstelzen" - "Neurocomic" - "Pyonen" lauten die Namen der Pioniere der ersten Stunde und klangvolle Pseudonyme wie "Aqua Ritter", "Ex Starlight Club" oder "Ritter Butzke" werden Teil der Gesprächskultur Berliner Tanzbegeisterterter und ihrer digitalen Gerüchteküche. Man munkelt, man glaubt, Keiner weiß... und doch nimmt die Euphorie ständig zu, grandiose Feste werden gefeiert bevor sichn diese neue Welt, an die die Szene gerade erst zu gewöhnen schien, aufgrund einer anonymen Anzeige wieder unter dem Mantel der Gerüchte verschwindet. Jetzt wird wieder viel spekuliert und gerätselt, die Ritter suchen sich ein Exil in der ehemaligen Parteihochschule "Karl Marx" der SED. Auch hier wird für einige Monate ein historischer Ort zur Spielwiese erklärt. Und dann - nach viel Arbeit und mit dem Segen der Stadt - wird Oktober 2009 unter dem Code 10 /10 das Ritter Butzke wiedereröffnet. Herr Butzke versucht sich seine charmante Niesche im allzu wichtigen Berliner Clubzirkus zu bewahren, mit immer neuen Ideen und viel Fantasie, und nicht zuletzt mit der Hilfe all derer, die hier wirken und werken. Sein Dank gilt all den Veranstaltern, Künstlern und dem grandiosen Publikum, die das Ritter Butzke zu dem gemacht haben, was es heute ist.  to be continued...